Vorlesung
Übergangszeiten. Schweizer Architektur der Renaissance und des Barock

Vorlesung
Dozierende: PD Dr. Michael Gnehm
Zeit: Montag, 11.00–11.45 Uhr
Ort: HIL E1
 



Die Schweizer Architektur des 16. bis 18. Jahrhunderts widersetzt sich oft stilistischen Zuordnungen zur Renaissance oder zum Barock. Man hatte von "Mischstil", der Vermischung etwa von Gotischem mit Antikischem, gesprochen oder Bauten aus dem 17. Jahrhundert der Renaissance zugerechnet und insgesamt eine Schweizer "Stilverspätung" angenommen. Sie wurde aus der politischen Situation der Schweiz als eines (in sich geteilten) "Grenzlandes" erklärt und daraus ein Wille zur Bewahrung von Eigenem gegenüber Fremdem abgeleitet. Demgegenüber analysiert die Vorlesung an einzelnen Bauten und deren Kontext (u. a. das Hôtel de Ville in Genf, die Kathedrale in Lugano, die Maison des Halles in Neuchâtel, der Stockalperpalast in Brig, das Waisenhaus in Zürich oder die Stiftskirche St. Gallen) die Qualität von Mischformen und Anachronismen (die damals auch im umliegenden Europa nicht ungewöhnlich waren) als Ausdruck des Anspruchs, einem kulturellen Wandel gerecht zu werden.

Weiterführende Informationen


Rahn, Zur Geschichte der Renaissance-Architektur in der Schweiz, 1881
Hoffmann, Das Problem der Stillverspätung in der schweizerischen Kunst, 1938

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Materialien
Gnehm, Vredemans Perspektive, 2005 

Kontakt


PD Dr. Michael Gnehm