Seminar
Tropical Modernism

Seminar
Dozierende: Dr. Britta Hentschel / Dr. Gregory Grämiger
Zeit: 12.45-14.30
Ort: HIL E6
 

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In Südamerika bot sich der in Europa bereits etablierten architektonischen Moderne die Möglichkeit der Adaption und Weiterentwicklung. Andere politische, klimatische, soziale und vor allem kulturelle Rahmenbedingungen führten zu verschiedenen Idiomen der modernen Architektur. Zudem suchten die meist noch jungen Staaten nach einer spezifischen Formensprache, um eine nationale Identität zu erschaffen. Innerhalb der brasilianischen Moderne kam es jedoch schon bald zu verschiedenen Schulen, deren Formensprachen noch heute breit rezipiert werden. Den beschwingten Bauten Oscar Niemeyers in Rio de Janeiro stellte sich schon bald die brutalistische Architektur der Paulista-Schule zur Seite, zu deren Vertretern Lina Bo Bardi oder Paolo Mendes da Rocha gezählt werden dürfen. In Mexico kam es bei der Suche nach einem Nationalstil zum engen Zusammenschluss zwischen Architektur und Kunst, wie die Zusammenarbeit von Frida Kahlo und ihrem Ehemann Diego Riviera mit dem Architekten Juan O'Gorman verdeutlicht. Eigene Wege gingen Luis Barragán in Mexiko oder Carlos Raùl Villanueva in Venezuela. Die Architekten der lateinamerikanischen Moderne fanden zunehmend auch in Europa Beachtung und errichteten prägende Bauten auf dem alten Kontinent.