Seminar
Kunst- und Wunderkammern

Seminar
Dozierende: Dr. Lothar Schmitt
Zeit: Do, 16.45 h - 18.30 h
Ort: HIL E 9
 



Die einander ergänzenden Begriffe „Kunstkammer“ und „Wunderkammer“ umschreiben Sammlungskonzepte, die in der Mitte des 16. Jahrhunderts aufkamen. Diese Sammlungskonzepte verfolgten das Ziel, eine enzyklopädische Fülle an Werken der Kunst und der Natur in einem allumfassenden System zu ordnen. Um den aus theoretischen Überlegungen heraus gänzlich neu entwickelten Ordnungsvorstellungen Gestalt zu geben, wurden in der Praxis innovative Räume und Raumfolgen verwirklicht. Prominenten Beispielen aristokratischer Raritätenkabinette in München, Dresden und auf Schloss Ambras lassen sich herausragende bürgerliche Sammlungen der Schweiz zur Seite stellen. Die Institutionalisierung der Museen im 19. und 20. Jahrhundert brachte Kunst- und Wunderkammern als veraltetes Phänomen manieristischen und barocken Überschwangs ins Hintertreffen. Im Zeichen einer wieder-entdeckten Faszination für die Sammlerkultur der frühen Neuzeit bemüht man sich heute jedoch wieder lebhaft, alte Museumsbestände in historisch überlieferten Präsentationsformen zugänglich zu machen.