Forschungsprojekt und Habilitation
Spuren der Gelehrsamkeit. Bilder und Objekte von Humanisten

Forschungsprojekt und Habilitation
Schmitt, Dr. Lothar
 



An der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit stellten sich den Künstlern im deutschsprachigen Raum entscheidend veränderte Herausforderungen. Ein neues Wertverständnis des Bürgertums schuf die Grundlage für Erfindung und Erfolg des Bilddrucks, der als visuelles Medium analog zum Buchdruck einen Wandel der Kunst und ihrer Stellung in der Gesellschaft nach sich zog. Ein Künstlertyp, der über ein höheres Mass an Bildung verfügte, war nun gefragt. Aber auch die Bildungskultur erlebte in dieser Zeit einen Umbruch: die Hinwendung zum Humanismus. Dessen Träger nahmen eine bedeutende gesellschaftliche Rolle ein, die es auch bildlich zu legitimieren galt. Aus dieser Konstellation ergab sich eine wechselseitige Beförderung von künstlerischer und intellektueller Kultur, die sich nicht zuletzt in einer Reihe von Freundschaften und Kooperationen zwischen herausragenden Künstlern und Gelehrten niederschlug. Exemplarisch lassen sich A. Dürer und H. Holbein, C. Celtis und Erasmus von Rotterdam nennen. Als neue Aufgabe der Kunst dieser Zeit setzte sich das autonome bürgerliche Bildnis auch nördlich der Alpen durch. Unter den im Porträt dargestellten Personen stieg nun die Zahl der Humanisten. Sie gestalteten ihre persönliche Lebensführung unter Rückgriff auf die Antike, ein Prozess, der sich auch in einer spezifischen Sachkultur niederschlug. Zudem bestand der Wunsch, schon zu Lebzeiten den eigenen Status bildlich zu dokumentieren, z.B. durch Bildnisse, die als Druckgraphiken und Medaillen reproduziert und verbreitet werden konnten. Umgekehrt trugen Gelehrte erheblich dazu bei, den Ruhm der Künstler zu mehren. – Das methodische Profil des Habilitationsprojekts wird vor allem durch Fragen nach Funktion und Kontext der vielfältigen Materialgruppe geprägt. Die Arbeit wird einen Problemaufriss mit detaillierten Fallstudien verbinden.

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PD Dr. Lothar Schmitt