Dissertation
Stadtzentrum Leipzig 1949 - 2005. Kontinuitäten und Brüche in Architektur und Städtebau

Dissertation
Kreil-Kremberg, Susanne
ETH Zürich / Prof. Dr. Andreas Tönnesmann
 

„Leipzig ist vielleicht immer schon, über die Jahrhunderte hinweg, mehr als andere Städte eine Stadt des Wandels gewesen. Das kann man am besten an der Bausubstanz ablesen, die sich immer wieder den neuesten Bedingungen und Möglichkeiten angepasst hat.“
Die Aussage des ehemaligen Stadtbaurats Niels Gormsen verweist nicht nur auf zahlreiche Bauaktivitäten, sondern auch auf die bauliche Vielfalt der Stadt. Eine Bausubstanz wie die Leipzigs lässt erwarten, dass sich in ihr verschiedene städtebauliche und architektonische Leitbilder dokumentieren.
Im Zeitraum nach 1989 avancierte Leipzig zur „Boomtown des Ostens“. Wie reagierte man in diesen Jahren mit städtebaulichen und architektonischen Planungen auf die Vergangenheit der Stadt? Wie gingen die Planer insbesondere mit der DDR-Baugeschichte um? Die Bedeutung der Wende von 1989 für Politik, Wirtschaft und Soziales in Ostdeutschland verstellt uns noch heute, sechzehn Jahre später, den Blick für besondere Merkmale von Architektur und Städtebau der DDR.
Die Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, welche Folgen die Wiedervereinigung in Deutschland für Architektur und Urbanistik im Stadtzentrum Leipzigs nach sich zieht. Ausgewählte Bauten und städtebauliche Planungen werden in ihren langfristigen Bezügen analysiert und historisch eingeordnet. Eine differenzierte Untersuchung von Architektur und Städtebau zwischen 1949 und 2005 liefert Informationen über den baulichen Zustand Leipzigs bis zur Wiedervereinigung und rückt die Voraussetzungen der nachfolgenden Planungen ins Licht. Kontinuitäten und Brüche im Stadtzentrum Leipzigs ermöglichen neue Einblicke in politische und kulturelle Prozesse der letzten 60 Jahre.